Pauschalclub mit Sexflatrate in Stuttgart-Fellbach

Am Freitag, den 05. Juni 2009 ist es soweit: Die Neueröffnung des Planet Pussy Club XXXL in Stuttgart-Fellbach, welcher zukünftig in den Räumlichkeiten des ehemals in der Schaflandstrasse 11/1 beheimateten FKK-Saunaclubs FKK Haus zu besuchen sein wird.
Somit bekommt auch die Stuttgarter Region, neben Berlin, Heidelberg und Wuppertal, einen Pussy-Pauschalclub mit einem Sex-Flatrate-Angebot. Auf über 2000 Quadratmetern erwarten die Gäste, neben Poppen bis zum Abwinken, auch Wellness-und Entertainment Angebote.
Alles Inklusive! Alle Leistungen sind im Preis enthalten. Keine weiteren oder versteckte Kosten! Das Versprechen auf der HP könnt Ihr selbst ab 05.06.2009 überprüfen …
Bildquelle und Informationen: PUSSY-CLUB
Unter der Überschrift “Behörden und Polizei machtlos” erschien übrigens heute ein Artikel in der Onlineausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Wenn ich mir den Artikel so durchlese, dann stellt sich mir die geflügelte Frage: Cui bono?
Warum diese Aufregung über die Sex-Flatrate? Die kommt viele Jahre zu spät, denn mittlerweile gibt es in Deutschland viele Dutzend solcher Sex-Flatrat-Angebote. Und es werden immer mehr. Auch wenn solcherart Angebote nicht unbedingt mein Fall sind – es gibt sie, sie sind legal und ein fester Bestandteil des Geschäfts mit der käuflichen Liebe in Deutschland. Diese Sex-Flatrate-Angebote werden von den Freiern angenommen, vor allem in Zeiten knapper Kassen und wirtschaftlicher Krise. Es gibt eben nicht nur teure Fachgeschafte, es gibt auch Discounter, die die in Deutschland so beliebte “Geiz-ist-geil” Mentalität bedienen.
Osteuropäische Frauen werden dort arbeiten? Ja sicher, genau so wie in den meisten Nachtclubs, FKK-und Saunaclubs, Partytreffs und Wohnungsbordellen Deutschlands auch. Das ist nun wirklich keine Neuigkeit und auch schon in den anderen Pussy Clubs gängige Praxis. Das ist auch nicht erst seit dem EU-Beitritt von Polen, Tschechien, Bulgarien oder Rumänien so. Tausende und abertausende Frauen aus den neuen EU-Ländern arbeiten als Sexworkerinnen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und weiteren Ländern Westeuropas.
Warum also die Aufregung, wem nütz das? Den Frauen, die dort arbeiten sollen? Wohl kaum. Interessanter sind da schon die Aussagen des Artikels:
In der Branche redet man dafür umso mehr über die neue Konkurrenz: “Dahinter stehen Geschäftsleute mit Kontakten nach Bulgarien, die sich für viel Geld im Raum Stuttgart etablieren”, erzählt ein Bordellbetreiber.”
(Zitat aus dem oben angesprochenen Artikel)
Die Stuttgarter Polizei geht davon aus, dass die Sex-Flatrate bei der Kundschaft ankommt und darum bald in der Landeshauptstadt Nachahmer findet. …
(Zitat aus dem oben angesprochenen Artikel)
Und wo liegt da das Problem? Ja, mit dem neuen Pussy Pauschal Club XXXL Fellbach bekommt Stuttgart und seine Umgebung ein Angebot für Freier, die eine ernsthafte Konkurrenz für die Etablierten des Sex-Business darstellt. Und sicher müssen sie sich dann etwas einfallen lassen, um Klienten zu halten bzw. neue Kundschaft zu bekommen. Eine Möglichkeit wäre es ja dann tatsächlich, selbst so eine Sex-Flatrat anzubieten. So oder so, der Pussy-Club wird die Rotlicht-Landschaft Stuttgarts beeinflussen, vielleicht in gewissem Masse verändern. Wie, das wird die Zununft zeigen, so der Klub am 05.06. seine Pforten öffnet. Aber ich glaube nicht, dass der Pussy Pauschal Club XXXL in Fellbach eine ernsthafte Bedrohung für das Stuttgarter Gewerbe darstellt. Pauschalclub-Besucher aus dieser Region konnten und sind schon immer zu den bereits bestehenden Klubs dieser Art gefahren, sie sind eine eigene Klientel. Nun wird für sie der Weg zum nächst liegenden Pauschalangebot eben kürzer … .
Ich mache mich hier nicht zum Fürsprecher des Pussy-Clubs, das ist weder meine Absicht noch der Sinn und Zweck des Beitrages. Wenn etwas bei dem Planet Pussy Club XXXL gegen Recht und Gesetz verstösst, dann soll man da einschreiten. Aber wenn auch mir das Angebot in einigen Dingen und Aussagen suspekt ist, so gibt es das erst einmal – solange es nicht illegal ist und sich wirtschaftlich trägt.
Es ist das Recht und die Pflicht der zuständigen Behörden, das Angebot zu überwachen und bei Rechtsverletzungen einzuschreiten. Solange es aber dazu keinen Grund gibt ist Gelassenheit angesagt und das Beobachten des Angebotes, auch wenn es so manchen Bürger gegen den moralischen oder sonst welchen Strich geht. Nach der Eröffnung werden erste Stimmen und Berichte in den einschlägigen Freierforen nicht lange auf sich warten lassen. In anderen Städten und Regionen Deutschlands bestehen mehr dieser Angebote, ohne dass die Welt untergeht oder der Himmel auf die Erde stürzt.
Gegendarstellung des Pussy Clubs zu dem oben genannten Artikel in der Stuttgarter Zeitung online.
Seit dem 02.06.2009 liegt der Stuttgarter Zeitung, so die Aussage des Pussy Club, eine Gegendarstellung des Pussy Clubs zum oben genannten Artikel vor. Der Bitte des Planet Pussy Club XXXL Fellbach, diese Gegendarstellung auf Hurentest zu veröffentlichen, möchte ich in einem separaten Beitrag entsprechen.


