Anschaffen lohnt zur Zeit nicht mehr
Sie ist auch in Russlands Hauptstadt angekommen, die weltweite Wirtschaftskrise. Eisig also nicht nur die Temperaturen in der russischen Bärenhöhle, die Huren (nicht nur) in Moskau bekommen zunehmend kalte Füsse. Da hilft es auch wenig, die Preise für ihre Dienstleistungen zu senken. Durchschnittlich verlangen die “normalen” Lusthasen in Moskau zwischen 80 – 100 Euro für den Stundenservice. Zum Teil haben sich die Hurenlohn – Forderungen mancher Dienstleisterinnen aufgrund der sich rapide zuspitzenden wirtschaftlichen Situation, namentlich der gesunkenen Nachfrage der Freier, deutlich verringert.
Moskau ist ein teueres Pflaster. Das merken nicht nur die Einwohner und Touristen, auch die Huren der Hauptstadt müssen tief in die Tasche greifen. Die nicht gerade billige Miete ist zu berappen, dazu kommen Schutzgeldzahlungen. Kosmetik, Lebensmittel … . Auch wenn die Mädels auf dem Strassenstrich keine hundert Kilometer von Moskau entfernt nur ein zehntel (8 bis 16 Euro) Liebeslohn verlangen und die Moskauer Edelhuren weiterhin Traumpreise aufrufen (können), so wird die Luft für die Masse der Sexworkerinnen in Moskau immer dünner. Der zunehmend spärlicher fliessende Liebeslohn reicht einfach nicht mehr aus, um die laufenden “Betriebskosten” zu begleichen.
Und so könnten sich in den nächsten Wochen und Monaten die Reihen der Moskauer Hurenschaft lichten, weil ein Teil der Frauen die wirtschaftlich schlechten Zeiten zu Hause in ihren Heimatorten aussitzen werden, um erst nach dem Ende der Krise wieder die Freierschaft der Hauptstadt zu beglücken. Eine Entscheidung, die die wirtschaftliche Lage dieser Frauen sicher nicht verbessern wird, zumal das Ende der Wirtschaftskrise noch gar nicht absehbar ist und jeder fehlende Rubel schmerzt. Vor allem auch, weil die Arbeit als Prostituierte in Moskau für viele russische Frauen, schwerpunktmäßig aus den ländlichen Gegenden des Landes, eine der wenigen Möglichkeiten des Gelderwerbes ist, um Familie und Kinder durchzubringen, ihr Studium zu finanzieren oder einfach am zunehmenden Wohlstand eines Teiles der (männlichen) Moskauer Bevölkerung und des Tourismus zu partizipieren.
Auch wenn es vielleicht verwundert und den Aufschrei der Moralisten herausfordert – der Berufswunsch “Prostituierte” stand und steht bei der jungen russischen Generation beileibe nicht an letzter Stelle, im Gegenteil. Irgendwann, das ist nun mal sicher, wird auch diese Wirtschaftskrise zu Ende gehen und die Nachfrage nach den Sexdienstleisterinnen wieder steigen …


