Slovakische Hure “Roza” sorgt für Panik unter deutschen Freiern.
Kurz zu den unschönen Fakten:
Die mit einem Bild von Roza dekorierte Meldung in der Cheber Lokalzeitung mit dem Titel: “Die Momente der Wonne in Rozas Armen könnten teuer zu stehen kommen” schreckt auf, ist sie doch einem bisher in dieser Form und Deutlichkeit in Tschechien offiziell kaum ausgesprochenen Thema gewidmet. Roza, im bürgerlichen Leben soll sie Rosalina Benakova heißen, war gebürtige Slovakin. Sie arbeitete viele Jahre lang als Strassen-und Nachtclubprostituierte in der tschechischen Stadt Cheb, in As und Hranice. Nun ist sie tot, gestorben an der Immunschwächekrankheit Aids. Vor etwa 7 Jahren gab es erste Hinweise auf eine Aids-Erkrankung von Roza. Die Suche nach ihr blieb allerdings erfolglos. Und so hat sie, vermutlich im Nichtwissen um ihre Krankheit, eine unbekannte Anzahl von Freiern infiziert. Und die übergroße Mehrheit der Klienten sind Deutsche. Die ersten dieser Unglücklichen sind gefunden und haben bittere Gewißheit. Die Suche nach weiteren Infizierten geht weiter. Soweit die kurze Zusammenfassung.
Wer mehr darüber wissen möchte, der lese den Artikel im Focus.
Zunächst finde ich es löblich, über diese Fakten zu berichten und damit vielleicht den einen oder anderen Ex-Freier von Roza zu finden oder die Betroffenen wenigstens dazu zu veranlassen, von sich aus einen Aidstest machen zu lassen. Das dürfte nicht nur in deren eigenem Interesse sein sondern auch in dem ihrer Ehefrauen, Freundinnen oder Lebenspartnerinnen. So weit, so ungut.
Richtig ist, dass Freier ungeschützten Verkehr nachfragen und die Nachfrage steigt. Schon der Fakt allein, dass sich bei einer Hure so viele Freier infiziert haben, ist ein Armutszeugnis für die gesundheitliche Aufklärung in Deutschland!
Ich möchte noch ein paar persönliche Gedanken zum Focus-Artikel äußern, die ich mir ganz einfach nicht verkneifen kann. Dinge, die ich in dem Artikel vermisse. Und Aussagen, die ich so nicht unkommentiert stehen lassen möchte.
Wenn es schon die Veröffentlichung eines Bildes von Roza in der im Artikel erwähnten Zeitung gibt, so vermisse ich dieses Bild im Focus-Artikel, den doch ganz sicher viel mehr deutsche Männer lesen als das tschechische Regionalblatt. DAS Bild wäre hundertmal hilfreicher bei der Suche nach eventuell infizierten Freiern von Roza als dieses Allerweltsbild vom irgendeinem Strassenstrich.
Leider ist der Abschnitt “Liebe zum Schnäppchenpreis” nun völlig daneben, den hätte sich der Autor getrost schenken können. Denn das Geschriebene zeugt von wenig Kompetenz und bedient nur alte, wohlbekannte und abgedroschene Klischees .
2000 Prostituierte in der Region Cheb/As? Kinder, wo sind die nur alle? Den Augen der Freier würden Freudentränen entlockt, wenn es denn so wäre. Ich schätze mal optimistisch, dass 200 Frauen da eher realistisch sind. Ebenso unrichtig ist die Behauptung, dass hier Frauen von den Phillippinen als Prostituierte arbeiten. Die Meisten Frauen wurden zur Prostitution gezwungen? Mitnichten! Es gibt Zwangsprostituierte, unbetsritten. Aber bitte auf dem Teppich bleiben, das ist eine Minderheit. Genau so ist die Behauptung zu relativieren, dass viele der Prostituierten noch minderjährig sind. Ja, es gibt minderjährige Prostituierte. Aber das ist nicht die Masse der Prostituierten, ist ebenfalls (zum Glück) nur eine Minderheit im Vergleich zur Gesamtzahl. Minderjährige findet man vor allem auf der Strasse, kaum in den Nachtklubs. Und dass es in Tschechien Liebe zum Schnäppchenpreis gibt ist lange her. Auch hier sind die Preise für Sexdienstleistungen in den letzten Jahren stark gestiegen und nicht mehr weit weg von denen in Deutschland.
Irgendwie hinterläßt der Abschnitt bei mir einen saueren Beigeschmack. Bei allen Problemen, die es ganz sicher gibt mit Zwangsprostituierten, hirnlosen Freiern oder Minderjährigen auf dem Strich – die übergroße Meherheit der Millionen Besucher fährt nicht nach Tschechien, um hier billig zu Poppen. Tschechien bietet seinen Besuchern auch viel mehr als nur billiges Benzin (und so billig es das auch nicht mehr dank starker Krone und allgemein gestiegenen Rohölpreisen) oder Gartenzwerge. Sex-Touristen sind eine kleine Minderheit unter den Tschechien-Besuchern. Und die Übergroße Mehrheit der Freier sind weder gewalttätig gegenüber Prostituierten noch suchen sie Sex mit Minderjährigen oder ungeschützten Verkehr.
Die Probleme und Risiken im horizontalen Gewerbe sind in Tschechien keine anderen als zum Beispiel in Deutschland auch. Auch hier gibt es minderjährige Huren, ungeschützten Verkehr oder Zwangsprostitution.
Quelle: sueddeutsche.de


